Vom Dorfzentrum ausgehend folgt man dem Weg, der an der Kirche vorbei führt, fast parallel der Stilfser-Joch-Straße, aber tiefer gelegen, und zwar bis zum Campingplatz. Hier hält man sich links und folgt der geteerten Straße, die fast eben zur Alpinschule der Polizei führt. Der Weg führt ein erstes Mal über den Trafoibach, dann durch Wald und über eine Lichtung, die sich gut zum Grillen oder sonstigen vergnüglichen Aufenthalt eignet, und ein weiteres Mal über einen Arm des Baches. Auf dem gegenüberliegeden Ufer ist die Wallfahrtskapelle bereits gut zu erkennen, in der im Sommer das Gnadenbild der Muttergottes aufbewahrt wird, das zur Winterszeit in der Pfarrkirche steht.
Von hier führt der mit Nr. 9 markierte Steig fast im Kreis um den Talkessel herum, vorbei auch an den mächtigen Wasserfällen, die aus dem Inneren des Madatsch, das heißt Wasserberg, hervorbrechen. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ist wohl auch dies eine uralte heidnische Kultstätte, deren christliche Version auf einer Schautafel nahe der Kapelle beschrieben wird.
Die Volkssage dagegen weiß von einer ehemaligen warmen Quelle, die urplötzlich verschwunden ist. Vielleicht auch nicht ganz zu Unrecht, denn in Bormio auf der gegenüberliegenden Seite des Ortlers, der dieses herrliche Fleckchen Erde überragt, quillt heute noch warmes Wasser aus dem Gestein und speist die dortigen Thermen. Von den Wasserfällen setzt man die Rundwanderung fort bis zum Sommerheim der Polizei, wo man wieder auf den Rückweg nach Trafoi trifft. |